Alle Beiträge

Was GPUs in der Vermietung verdienen – Marktdaten aus 30 Tagen

Von der RTX 3060 bis zur H200 – was GPUs auf Vast.ai im Monat an Mietumsatz bringen, wie die Zahl zustande kommt und warum ein hoher Umsatz je Karte noch keine gute Rendite bedeutet.

Wenn du eine GPU kaufst, um sie zu vermieten, brauchst du eine belastbare Zahl dafür, was sie im Monat einbringt. Dieser Artikel zeigt, wie diese Zahl entsteht und wie sie für Karten aus verschiedenen Klassen aussieht.

Grundlage sind unsere eigenen Marktdaten. Unser Collector liest alle 30 Minuten sämtliche öffentlichen Angebote auf dem Mietmarktplatz Vast.ai aus. Ausgewertet ist hier der Zeitraum vom 6. September bis zum 5. Oktober 2026 mit 1.305 Durchläufen. Über alle Hosts hinweg waren in dieser Zeit im Schnitt 9.769 GPUs aus 124 Modellen gelistet, 79 % davon waren vermietet.

So entsteht der Umsatz einer GPU

Der Umsatz einer Karte ergibt sich aus drei Größen:

  1. dem Mietpreis je Stunde,
  2. dem Anteil der Zeit, in dem die Karte tatsächlich vermietet ist,
  3. den Stunden im Monat, hier 730.

Als vermieteten Anteil verwenden wir den Anteil der gelisteten GPUs eines Modells, der vermietet war. Für eine einzelne Karte ist das ein Marktdurchschnitt, kein Versprechen.

Ein Beispiel mit der RTX 5090 bei verifizierten Hosts: 0,60 $ je Stunde × 88 % vermietet × 730 Stunden ergibt rund 386 $ im Monat.

Dieselbe Rechnung für sieben Karten, jeweils mit dem Medianpreis und bei verifizierten Hosts:

  • RTX 3060: 0,067 $ je Stunde, 91 % vermietet, 44 $ im Monat
  • RTX 3090: 0,187 $ je Stunde, 94 % vermietet, 128 $ im Monat
  • RTX 4090 (24 GB): 0,467 $ je Stunde, 91 % vermietet, 310 $ im Monat
  • RTX 5090: 0,60 $ je Stunde, 88 % vermietet, 386 $ im Monat
  • L40S: 0,80 $ je Stunde, 92 % vermietet, 537 $ im Monat
  • RTX PRO 6000 S: 1,467 $ je Stunde, 86 % vermietet, 924 $ im Monat
  • H200: 4,342 $ je Stunde, 94 % vermietet, 2.964 $ im Monat

Der vermietete Anteil liegt bei allen sieben Karten zwischen 86 % und 94 %. Der Unterschied im Umsatz kommt also fast vollständig aus dem Stundenpreis und kaum aus der Auslastung.

Die Spanne zwischen vorsichtigem und hohem Preis

Für jedes Modell erfassen wir drei Preise. Gemeint sind die Preise, zu denen Vermietungen tatsächlich begonnen haben, nicht die Wunschpreise unvermieteter Angebote.

  • P10 ist der vorsichtige Wert: Nur etwa jede zehnte Vermietung begann zu diesem Preis oder darunter.
  • Median ist die Mitte: Die Hälfte der Vermietungen begann darunter, die Hälfte darüber.
  • P90 ist der hohe Wert: Nur etwa jede zehnte Vermietung erreichte diesen Preis oder mehr.

Wie weit diese Werte auseinanderliegen, hängt vom Modell ab:

  • RTX 5090: 0,467 $, 0,60 $ und 0,867 $ je Stunde
  • RTX 4090 (48 GB): 0,413 $, 0,667 $ und 1,267 $ je Stunde
  • H100 SXM: 1,947 $, 3,625 $ und 5,852 $ je Stunde
  • L40S: 0,627 $, 0,80 $ und 0,815 $ je Stunde

Bei der H100 SXM liegt der P90-Preis beim Dreifachen des P10-Preises. Bei der L40S liegen Median und P90 dagegen fast gleichauf.

Für die Planung ist der Median die ehrliche Zahl. Wer mit dem P90-Preis rechnet, nimmt an, dauerhaft zu den teuersten zehn Prozent der Vermietungen zu gehören. Wer mit dem P10-Preis rechnet, plant mit einem Fall, den neun von zehn Vermietungen übertroffen haben. Der P10-Wert eignet sich deshalb als Prüfung, ob die Rechnung auch in einem schwachen Markt noch aufgeht, und der Median als Erwartungswert.

Verifizierte und nicht verifizierte Hosts

Vast.ai führt Hosts als verifiziert oder nicht verifiziert. In den Daten unterscheiden sich beide Gruppen deutlich, und zwar vor allem beim vermieteten Anteil:

  • RTX 5090: 88 % gegenüber 62 % vermietet, 386 $ gegenüber 228 $ im Monat
  • RTX 4090 (24 GB): 91 % gegenüber 61 % vermietet, 310 $ gegenüber 208 $ im Monat
  • RTX 3090: 94 % gegenüber 65 % vermietet, 128 $ gegenüber 71 $ im Monat
  • L40S: 92 % gegenüber 43 % vermietet, 537 $ gegenüber 162 $ im Monat
  • RTX A4000: 88 % gegenüber 26 % vermietet, 69 $ gegenüber 20 $ im Monat

Die RTX 4090 mit 24 GB zeigt den Effekt am klarsten. Der Medianpreis ist in beiden Gruppen gleich, 0,467 $ je Stunde. Der Abstand von 310 $ zu 208 $ im Monat entsteht allein dadurch, dass die Karten nicht verifizierter Hosts seltener vermietet sind.

Für deine Rechnung heißt das: Der Stundenpreis ist nur die halbe Formel. Eine Karte, die nicht vermietet ist, bringt in dieser Zeit keinen Umsatz, egal wie hoch ihr Preis angesetzt ist.

Umsatz ist nicht Gewinn

Alle Monatswerte in diesem Artikel sind Umsätze vor Abzügen. Davon gehen drei Posten ab:

  • die Plattformgebühr des Marktplatzes,
  • der Strom,
  • der Kaufpreis der Karte, der über die Nutzungszeit wieder hereinkommen muss.

Bei Coregon gehört dir die Hardware, sie steht in unseren Racks, und der Strom für das erste Jahr ist mit dem Kauf bereits bezahlt. Danach ist Strom ein laufender Posten. Standardmäßig verwalten wir dein Angebot auf Vast.ai und passen den Mietpreis laufend an. Du kannst das Angebot auch selbst führen.

Kaufpreise nennen wir hier bewusst nicht, weil unsere Katalogpreise gerade aktualisiert werden. Eines lässt sich trotzdem festhalten: Ein hoher Umsatz je Karte bedeutet keine gute Rendite. Die RTX 5090 hat mit Abstand den größten Markt. Bei verifizierten Hosts waren 1.292 Karten gelistet, auf die 20.576 Vermietungen entfielen. Bei den aktuellen Kaufpreisen ist ihre Wirtschaftlichkeit aber nicht besonders gut. Ältere oder teurere Karten können besser oder schlechter abschneiden, je nachdem, zu welchem Preis du sie bekommst.

Entscheidend ist das Verhältnis von Umsatz zu Kaufpreis und laufenden Kosten, nicht der Umsatz allein. Im Rechner kannst du das mit deinen eigenen Preisen durchrechnen.

Was die Daten nicht zeigen

  • Ein Marktplatz. Die Zahlen stammen ausschließlich von Vast.ai. Über andere Vermietungswege sagen sie nichts aus.
  • 30 Tage. Der Zeitraum ist kurz. Saisonale Schwankungen und längere Trends sind darin nicht erkennbar.
  • Vergangene Preise. Die Preise der letzten 30 Tage sind keine Garantie für kommende Monate.
  • Ausschlüsse. Rechenzentrumspartner von Vast.ai sind nicht enthalten, ebenso Angebote, die mehr als das Vierfache des Modellmedians kosten.
  • Kleine Stichproben. Bei manchen Modellen ist die Basis schmal. Die Werte der H200 beruhen auf 77 gelisteten Karten bei 10 Hosts.
  • Durchschnitte. Der vermietete Anteil gilt für alle gelisteten Karten eines Modells. Eine einzelne Karte kann darüber oder darunter liegen.

Nimm die Zahlen als Ausgangspunkt für deine eigene Rechnung, nicht als Prognose.

0 Artikel im Warenkorb→
Was GPUs in der Vermietung verdienen – Marktdaten aus 30 Tagen | Coregon