SimplePod vorgestellt: die Plattform aus Sicht von GPU-Besitzern
SimplePod ist eine GPU-Mietplattform aus Polen mit eigenem Rechenzentrum. Für Besitzer von GPU-Servern ist sie derzeit kaum zugänglich, denn neue Hosts werden laut Anbieter nicht aufgenommen. Ein Überblick über das, was öffentlich belegt ist.
SimplePod (simplepod.ai) vermietet GPU-Rechenleistung stundenweise. Dieser Beitrag betrachtet die Plattform aus der Sicht von jemandem, der GPU-Server besitzt und sie vermieten möchte. Vorweg das wichtigste Ergebnis: SimplePod nimmt nach eigener Angabe derzeit keine neuen Hosts auf, und die Bedingungen für Hosts sind nicht öffentlich dokumentiert. Der Beitrag fällt deshalb kürzer aus als bei einem offenen Marktplatz und nennt die Lücken ausdrücklich.
Wer hinter SimplePod steht
Betreiber ist die SimplePod.ai Sp. z o.o. Sp. k. mit Sitz in Jagatowo, Polen (Dolina Krzemowa 6A, KRS 0000876797). So steht es auf der Über-uns-Seite und in den Nutzungsbedingungen. Das Unternehmen beschreibt SimplePod als sein zweites Produkt. Das erste ist nach eigener Darstellung seit 2016 in Betrieb, eine Plattform, mit der Kunden ihre eigenen GPU-Server über ein zentrales Dashboard verwalten. In der Spitze seien darüber mehr als 190.000 Server verwaltet worden. Diese Zahl ist eine Eigenangabe und nicht unabhängig geprüft.
Beim Startjahr widerspricht sich die Website: Die Über-uns-Seite nennt 2025, die Shop-Seite 2024.
Wie das Angebot aufgebaut ist
SimplePod vermietet zwei Arten von Instanzen:
- Docker GPU: Container mit vorkonfigurierten Umgebungen, zum Beispiel PyTorch, TensorFlow oder Jupyter.
- VPS GPU: ein vollständiger virtueller Server mit eigenem Betriebssystem (Ubuntu oder Windows) und öffentlicher IP-Adresse. Die Startseite kennzeichnet dieses Angebot als "Early Access".
Abgerechnet wird nutzungsabhängig und sekundengenau aus einem vorausbezahlten Guthaben. Für längere Laufzeiten gibt es Reservierungen zu einem festen Preis, die einzeln angefragt werden.
Die Hardware stammt aus zwei Quellen. Die erste ist das eigene Rechenzentrum EU-PL-01 in Polen. Die zweite nennt SimplePod "Community Cloud": Hosts, die das Team selbst ausgewählt hat. In den Nutzungsbedingungen heißt es außerdem, dass der Anbieter neben eigener Infrastruktur auch Server nutzt, die von externen Cloud-Anbietern und Rechenzentren gemietet sind.
Was für Hosts gilt
Zur Community Cloud schreibt SimplePod auf der Über-uns-Seite:
Currently, new hosts are not being invited. However, if there's demand in the future, we may consider expanding the Community Cloud.
Auf derselben Seite steht, dass geplant sei, weitere vertrauenswürdige Rechenzentren in anderen Regionen aufzunehmen, etwa in den USA. Ein Datum oder ein Bewerbungsverfahren wird nicht genannt.
Damit bleibt für Hosts wenig Belegtes übrig:
- Zugang: nur auf Auswahl durch SimplePod. Eine offene Registrierung als Host habe ich auf der Website nicht gefunden.
- Technische Basis: Das Änderungsprotokoll führt eine eigene Rubrik "Hosting" mit zwei Softwarelinien, "Docker Host" und "VPS Host". Beide werden regelmäßig aktualisiert, die letzten Einträge stammen vom 1. Oktober 2026. Die Einträge zeigen, dass die Host-Software Hardwarefehler überwacht und einen Server bei bestimmten Fehlern automatisch aus dem Angebot nimmt.
- Einschränkung: Der persistente Netzwerkspeicher steht in der Community Cloud nicht zur Verfügung.
Nicht veröffentlicht sind nach meiner Recherche:
- Anforderungen an Hardware, Betriebssystem und Netzwerkanbindung eines Hosts
- der Ablauf von Prüfung und Aufnahme
- Gebühren oder der Anteil, den SimplePod von den Mieteinnahmen behält
- Auszahlungswege, Mindestbeträge und Auszahlungsrhythmus
- ob ein Host seine Preise selbst festlegen darf
Die öffentlich einsehbaren Nutzungsbedingungen (gültig ab 4. September 2026) regeln nur das Verhältnis zu den Mietern. Wer SimplePod als Host nutzen möchte, muss alle fünf Punkte direkt beim Anbieter erfragen. Als Kontaktwege nennt SimplePod Discord und E-Mail.
Preise und Mietarten
Für Mieter gilt eine Preisliste, die SimplePod veröffentlicht. Laut Nutzungsbedingungen gilt der Preis einer laufenden Instanz mindestens 14 Tage ab dem Start. Danach darf SimplePod ihn ändern, wenn der Kunde 14 Tage vorher informiert wurde. Als zulässige Gründe nennen die Bedingungen unter anderem veränderte Nachfrage oder Verfügbarkeit. Ob Community-Hosts auf diese Preise Einfluss haben, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Die API-Dokumentation zeigt, was Mieter im Marktplatz sehen und wonach sie sortieren können: Preis pro GPU, Verfügbarkeit (dort "sla" genannt), einen Leistungswert namens DLPerf, Messwerte für Download und Upload sowie Angaben zu CPU, Arbeitsspeicher und Festplatte. Jedes Angebot trägt zudem Kennzeichen dafür, ob es auf Abruf ("demand") oder unterbrechbar ("interruptible") mietbar ist. Wie die unterbrechbare Miete im Detail abläuft, beschreibt die Dokumentation nicht.
Welche GPUs gelistet sind
Eine Nachfragestatistik veröffentlicht SimplePod nicht. Belegt ist nur, welche Modelle auf der Startseite stehen und zu welchen Preisen. Am 6. Oktober 2026 waren das unter anderem:
- RTX 3060 (12 GB): ab 0,05 US-Dollar pro Stunde
- RTX 3090 (24 GB): ab 0,14 US-Dollar pro Stunde
- RTX 4090 (24 GB): ab 0,41 US-Dollar pro Stunde als Docker-Instanz, ab 0,54 als VPS
- RTX 5090 (32 GB): ab 0,542 US-Dollar pro Stunde als Docker-Instanz, ab 0,591 als VPS
- RTX PRO 6000 Blackwell (96 GB): ab rund 0,99 US-Dollar pro Stunde
- A100, H100, H200 und B200: nur auf Reservierung, ohne Listenpreis
Die separate Preisseite nennt für einzelne Modelle andere Werte, etwa 0,30 US-Dollar für die RTX 4090. Aus den Listenpreisen lässt sich nicht ableiten, wie gut ein Modell ausgelastet ist.
Einordnung für Hosts
Was für SimplePod spricht:
- Der Betreiber ist ein in der EU registriertes Unternehmen mit veröffentlichter Adresse und Registernummer.
- Die Host-Software wird sichtbar gepflegt, mit mehreren Aktualisierungen pro Monat.
- Die Community Cloud ist kuratiert. Laut SimplePod wählt das Team die Hosts einzeln aus.
Was dagegen spricht:
- Neue Hosts werden derzeit nicht aufgenommen.
- Gebühren, Auszahlung und Anforderungen sind nicht öffentlich. Eine Ertragsrechnung ist vorab nicht möglich.
- SimplePod betreibt ein eigenes Rechenzentrum und bietet dessen Kapazität auf derselben Plattform an wie die der Hosts. Wie die Nachfrage zwischen beiden verteilt wird, ist nicht dokumentiert.
- Der VPS-Bereich ist noch als "Early Access" gekennzeichnet.
Zum Vergleich: Vast.ai beschreibt sich in seiner Dokumentation als Marktplatz, auf dem Hosts ein eigenes Hosting-Konto anlegen und die Preise für GPU, Internet und Speicher selbst festlegen. Belastbare Zahlen zur Größe beider Plattformen habe ich nicht gefunden, ein Größenvergleich bleibt hier deshalb aus.
Und bei Coregon
Coregon hostet deinen Server im eigenen Rack und verwaltet standardmäßig dein Angebot auf Vast.ai. Wenn du wissen möchtest, ob SimplePod für deinen Server in Frage kommt, frag bei Coregon nach.
Quellen
- SimplePod: About us, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Startseite mit Preisliste und Vergleich VPS/Docker, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Pricing, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Changelog, Rubrik Hosting, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Terms and Conditions, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Policies, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Support, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: Shop für physische Server, abgerufen am 6. Oktober 2026
- SimplePod: API-Dokumentation, abgerufen am 6. Oktober 2026
- Vast.ai: Hosting Overview, abgerufen am 6. Oktober 2026