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Vast.ai vorgestellt – der GPU-Marktplatz aus Sicht eines Hosts

Vast.ai ist ein Marktplatz, auf dem GPU-Besitzer Rechenleistung vermieten. Der Beitrag erklärt Mietarten, Preissetzung, Verifizierung, Reliability Score, Auszahlung und technische Anforderungen aus Sicht eines Hosts.

Was Vast.ai ist

Vast.ai ist ein Marktplatz für GPU-Rechenleistung. Die Dokumentation beschreibt zwei Rollen: Hosts sind Personen und Rechenzentren, die GPUs vermieten. Mieter brauchen GPUs für ihre Workloads. Ein Host veröffentlicht ein Angebot, Mieter suchen und filtern die Angebote und nehmen eines an. Daraus entsteht eine Instanz auf der Maschine des Hosts.

Die Aufgaben sind laut Vast.ai so verteilt: Die Plattform übernimmt Kundengewinnung, Kundensupport, Abrechnung und Zahlungen. Der Host ist für Hardware, Betrieb, Netzanbindung und die physische Infrastruktur zuständig.

Zur Größenordnung: Unser eigener Collector liest alle 30 Minuten jedes öffentliche Angebot aus. Zwischen dem 6. September und dem 5. Oktober 2026 waren im Schnitt rund 9.800 GPUs aus 124 GPU-Modellen gelistet, 79 % davon vermietet. Datacenter-Partner sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Die drei Mietarten

  • On-Demand: Der Host legt einen festen Preis fest. Die Instanz läuft, solange der Mieter will, und kann nicht unterbrochen werden.
  • Interruptible: Der Mieter gibt ein Gebot ab. Bietet jemand mehr, wird die Instanz gestoppt. Sie hat niedrige Priorität und ist für Mieter die günstigste Variante.
  • Reserved: Eine On-Demand-Miete mit Vorauszahlung und Rabatt. Die Dokumentation nennt für Mieter bis zu 50 % Rabatt, abhängig von der Laufzeit. Wie hoch der Rabatt auf deiner Maschine höchstens ausfallen darf, bestimmst du als Host. Mit dem Wert 0 nimmst du daran nicht teil.

Wie du als Host Preise setzt

Vast.ai gibt keine Preise vor. Du legst pro Maschine fest:

  • den Stundenpreis je GPU für On-Demand,
  • das Mindestgebot für Interruptible-Mieten,
  • den Preis für Speicher in Dollar pro Gigabyte und Monat,
  • den Preis für Datenverkehr,
  • den maximalen Rabattfaktor für Reserved-Mieten,
  • die kleinste mietbare GPU-Gruppe („Min GPU“),
  • das Enddatum des Angebots.

Das Enddatum ist eine Zusage: So lange hältst du die Maschine online und voll funktionsfähig. Mietet jemand, werden Preis, Hardware und Enddatum in einem Mietvertrag festgeschrieben. Verkürzt du das Enddatum später, gilt das nur für neue Mieter. Ohne Enddatum bleibt das Angebot unbefristet offen.

Der Optimierungsleitfaden von Vast.ai rechnet so: Einnahmen sind Stundenpreis mal Auslastung. Ein hoher Preis mit geringer Auslastung kann weniger einbringen als ein mittlerer Preis mit guter Auslastung. Für das Mindestgebot empfiehlt der Leitfaden einen Wert nahe an den Stromkosten der GPU unter Last.

Was Mieter sehen und filtern

Eine Angebotskarte zeigt unter anderem Standort, GPU-Modell und Anzahl, GPU-Speicher, CPU, RAM, Netzwerkbandbreite, Speichertyp, den DLPerf-Wert, den Preis, die maximale Mietdauer und den Reliability Score. DLPerf ist ein von Vast.ai definierter Benchmark, der die Leistung bei typischen Deep-Learning-Aufgaben abschätzt.

Gefiltert wird unter anderem nach Maschinenstufe (unverifiziert, verifiziert, Secure Cloud), Region, GPU-Typ und Anzahl, Preis und Mietdauer. Die Standardabfrage der Kommandozeile zeigt nur verifizierte Maschinen. Unverifizierte tauchen dort erst auf, wenn der Mieter den Filter ändert.

Verifizierung

Die Verifizierung bestätigt, dass eine Maschine die Anforderungen von Vast.ai an Zuverlässigkeit und Leistung erfüllt. Sie läuft vollautomatisch und ohne manuellen Eingriff. Beantragen kannst du sie nicht. Eine Maschine ist zunächst unverifiziert, wird bei bestandener Prüfung verifiziert und kann den Status wieder verlieren.

Bewertet werden laut Dokumentation vier Bereiche: stabiler Betrieb, die Konfiguration der Maschine, der DLPerf-Wert sowie Angebot und Nachfrage. Der letzte Punkt bedeutet: Vast.ai bevorzugt Konfigurationen, die Mieter gerade suchen. Neuere GPU-Generationen haben Vorrang, und Unterstützung für virtuelle Maschinen erhöht die Chance deutlich. Die genauen Schwellen legt Vast.ai nicht offen.

Den Status verliert eine Maschine bei einem aktiven Fehler, oder wenn du nachträglich Hardware entfernst. Nach behobener Störung kommt er laut Dokumentation meist innerhalb von ein bis zwei Stunden zurück.

In unseren Messdaten ist der Unterschied deutlich: RTX-5090-Karten auf verifizierten Hosts waren zu 88 % vermietet, auf unverifizierten zu 62 %. Bei der RTX 3090 waren es 94 % gegenüber 65 %.

Reliability Score

Der Reliability Score misst die bisherige Verfügbarkeit und den Zustand einer Maschine. Neue Maschinen starten bei 60 % und steigen, wenn sie zuverlässig laufen. Für die Verifizierung verlangt Vast.ai mehr als 90 %.

Was den Wert beeinflusst:

  • Offline-Zeiten senken ihn. Maschinen mit geringeren Einnahmen werden für Ausfälle weniger stark abgestraft.
  • Ein Neustart während einer laufenden Miete kostet Punkte. Ein vorher angekündigtes Wartungsfenster verkleinert den Abzug.
  • Reliability und Verifizierung werden getrennt geführt. Ein sinkender Wert allein kostet die Verifizierung nicht.

Die genaue Formel veröffentlicht Vast.ai nicht.

Gebühren und Auszahlung

Bei den Gebühren ist die Quellenlage uneinheitlich. Laut Produkt-Update vom Juni 2024 wurde die frühere Host-Gebühr abgeschafft und durch einen internen Aufschlag ersetzt: Der Preis, den du setzt, ist der Preis, den du erhältst. In einem Artikel vom Mai 2026 schreibt Vast.ai, die Preise für Mieter lägen typischerweise etwa 25 % über dem, was Hosts verdienen. Eine ältere FAQ-Seite nennt noch eine Aufteilung von 75 zu 25. Den aktuellen Stand solltest du vor einer Kalkulation direkt bei Vast.ai prüfen.

Zur Auszahlung sagt die Dokumentation:

  1. Rechnungen entstehen wöchentlich am Freitag, sobald ein Auszahlungsweg hinterlegt ist und das Guthaben mindestens 20 US-Dollar beträgt.
  2. Vast.ai gibt die Zahlung am darauffolgenden Freitag an den Zahlungsanbieter weiter. Die erste Auszahlung kann bis zu zwei Wochen dauern.
  3. Unterstützt werden Wise, PayPal und Stripe. Direkte Banküberweisungen gibt es nicht.

Technische Anforderungen

Diese Mindestwerte nennt die Dokumentation als Voraussetzung für die Verifizierung:

  • Betriebssystem: Ubuntu Server 22.04 LTS oder 24.04 LTS, aktueller NVIDIA-Treiber, SSH nur mit Schlüsseln, Secure Boot deaktiviert.
  • GPU: NVIDIA, mehr als 7 GB VRAM je GPU, alle GPUs einer Maschine vom gleichen Modell.
  • CPU und RAM: mindestens zwei physische Kerne je GPU, Arbeitsspeicher mindestens 95 % des gesamten VRAM.
  • Netzwerk: mindestens 500 Mbit/s im Down- und Upload, kabelgebunden, öffentliche IPv4-Adresse, mindestens fünf offene Ports je GPU (empfohlen 100).
  • Speicher: SSD, 200 GB für Docker, 20 GB frei auf der Root-Partition.

Für das Hosting brauchst du ein eigenes Konto, getrennt von einem Mieterkonto.

Datacenter-Partner

Datacenter-Partner erhalten ein blaues Label, erscheinen im Filter „Secure Cloud“ und werden in der Suche besser platziert. Voraussetzungen sind eine aktive Zertifizierung nach ISO/IEC 27001, ein eingetragenes Unternehmen, ein unterschriebener Hosting-Vertrag, eine Identitätsprüfung der Inhaber und mindestens fünf gelistete GPU-Server.

Stärken und Schwächen für Hosts

Stärken:

  • Du setzt alle Preise selbst und kannst sie jederzeit anpassen.
  • Kundengewinnung, Abrechnung und Support liegen bei der Plattform.

Schwächen:

  • Die Verifizierung ist automatisch, ihre Kriterien sind nicht vollständig offengelegt, und sie hängt auch von der Nachfrage ab.
  • Ohne Verifizierung ist die Auslastung in unseren Daten klar niedriger.
  • Ausfälle wirken über den Reliability Score nach.
  • Auslastung und Preis sind nicht garantiert. Du musst den Markt beobachten.

Wie Coregon dazu passt

Bei Coregon kaufst du einen GPU-Server, der dir gehört und in unseren Racks steht. Der Strom für das erste Jahr ist mit dem Kauf bezahlt. Standardmäßig verwalten wir dein Angebot auf Vast.ai und passen die Mietpreise laufend an, um die Einnahmen zu erhöhen. Du kannst das Angebot auch selbst verwalten.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 6. Oktober 2026.

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