RAM, CPU und PCIe: was sich bei einem Mietserver auszahlt
Mehr Arbeitsspeicher geht bei den meisten Karten mit höherem Mietumsatz einher, mehr CPU-Threads fast nie. Was unsere Marktdaten zu RAM, CPU, PCIe und Datenträger zeigen und wo kein Effekt messbar ist.
Bei einem GPU-Server entscheidest du nicht nur über die Grafikkarte. Arbeitsspeicher, Prozessor, Mainboard und Datenträger kosten ebenfalls Geld, und zu jedem dieser Teile gibt es eine größere und teurere Variante. Dieser Artikel zeigt, welche davon auf dem Mietmarkt mit höherem Umsatz einhergehen und bei welchen die Daten keinen Unterschied erkennen lassen.
Datengrundlage und Methode
Unser Collector liest alle 30 Minuten sämtliche öffentlichen Angebote auf Vast.ai aus. Ausgewertet sind hier die verifizierten Maschinen privater Hosts im Zeitraum vom 6. September bis zum 5. Oktober 2026. Bei der RTX 5090 sind das 1.937 Maschinen von 658 Hosts, bei der RTX PRO 6000 S nur 98 Maschinen von 43 Hosts.
Für jedes GPU-Modell rechnen wir ein einziges Modell über alle Eigenschaften gleichzeitig, also RAM, CPU, PCIe, Datenträger, Netzanbindung und weitere. So wird der Wert für den Arbeitsspeicher nicht dadurch verfälscht, dass Server mit viel RAM meist auch in anderen Punkten besser ausgestattet sind. Jeder Wert ist ein Unterschied zur häufigsten Ausstattung des jeweiligen Modells und hat ein 90-%-Intervall. Schließt dieses Intervall die Null ein, lässt sich der Wert nicht von „kein Effekt" unterscheiden.
Zwei Einschränkungen gelten für alles Folgende. Die Werte beschreiben Zusammenhänge im Markt, keine garantierten Ursachen. Und sie sind Umsatz je gelisteter GPU, Zeiten ohne Mieter sind also eingerechnet, die Plattformgebühr ist noch nicht abgezogen. Monatswerte sind der Stundenwert mal 730.
Arbeitsspeicher: der deutlichste Zusammenhang
Beim RAM je GPU zeigen vier der sechs ausgewerteten Karten einen messbaren Unterschied, und er geht immer in dieselbe Richtung.
- RTX 5090, Vergleich mit 64 bis 128 GB je GPU: 128 bis 256 GB gehen mit 0,060 $ je Stunde mehr einher, das sind rund 44 $ je GPU im Monat. Das Intervall reicht von 16 $ bis 75 $. Ab 256 GB sind es rund 124 $ im Monat.
- RTX 4090 (24 GB), Vergleich mit 64 bis 128 GB: 128 bis 256 GB bringen rund 42 $ im Monat mehr, ab 256 GB rund 66 $.
- RTX 3090, Vergleich mit 32 bis 64 GB: 64 bis 128 GB bringen rund 18 $ im Monat mehr, 128 bis 256 GB rund 60 $.
- RTX 3060, Vergleich mit 16 bis 32 GB: 32 bis 64 GB bringen rund 7 $ im Monat mehr.
Weniger RAM als üblich ist dagegen nicht messbar schlechter. Bei RTX 5090 und RTX 4090 lässt sich die Stufe 32 bis 64 GB nicht von der Referenz 64 bis 128 GB unterscheiden, bei der RTX 3090 die Stufe 16 bis 32 GB nicht von 32 bis 64 GB.
Bei der RTX 5080 und der RTX PRO 6000 S zeigt der Arbeitsspeicher keinen messbaren Effekt. Bei der RTX PRO 6000 S sind die Intervalle wegen der wenigen Maschinen durchgehend sehr breit, aus ihnen lässt sich für keine der hier betrachteten Eigenschaften etwas ableiten.
CPU-Threads: fast überall kein Effekt
Bei der Zahl der CPU-Threads je GPU ist das Ergebnis über fast alle Karten gleich: Die Intervalle schließen die Null ein. Das gilt für RTX 5090, RTX 4090, RTX 3090 und RTX 5080 in allen zuverlässig besetzten Stufen.
Die einzige Ausnahme ist die RTX 3060. Dort gehen 32 und mehr Threads je GPU im Vergleich zu 8 bis 16 Threads mit rund 19 $ im Monat mehr einher. Die Stufe ist mit 17 Maschinen von 11 Hosts aber dünn besetzt.
Wie wenig ein einzelner Schätzwert ohne sein Intervall aussagt, zeigt die RTX PRO 6000 S: Für 16 bis 32 Threads statt 32 und mehr liegt der Schätzwert bei rund 200 $ weniger im Monat, das Intervall reicht aber von 311 $ weniger bis 24 $ mehr. Ein Effekt ist damit nicht belegt.
PCIe: bei der RTX 5090 messbar, sonst uneinheitlich
Bei der RTX 5090 gehen Maschinen mit PCIe 5.0 und 16 Lanes im Vergleich zu PCIe 4.0 mit 16 Lanes mit rund 28 $ je GPU im Monat mehr einher. PCIe 5.0 mit 8 Lanes, PCIe 4.0 mit 8 Lanes und PCIe 3.0 mit 16 Lanes lassen sich dagegen nicht von der Referenz unterscheiden.
Bei den älteren Karten ist das Bild uneinheitlich:
- RTX 3060: PCIe 4.0 mit 16 Lanes bringt gegenüber PCIe 3.0 mit 16 Lanes rund 8 $ im Monat mehr.
- RTX 3090: PCIe 4.0 mit 8 Lanes bringt gegenüber PCIe 3.0 mit 16 Lanes rund 16 $ im Monat mehr, PCIe 4.0 mit 16 Lanes zeigt aber keinen messbaren Unterschied. Eine klare Aussage zur Generation ergibt das nicht.
- RTX 4090 und RTX 5080: kein messbarer Unterschied zwischen den zuverlässig besetzten Stufen.
Datenträger: Geschwindigkeit bei der RTX 5090, Größe kaum
Bei der Geschwindigkeit des Datenträgers gibt es nur bei der RTX 5090 einen messbaren Zusammenhang. Im Vergleich zu 2.000 bis 4.000 MB/s gehen 4.000 bis 8.000 MB/s mit rund 35 $ je GPU im Monat mehr einher, 8.000 MB/s und mehr mit rund 37 $. Bei RTX 4090, RTX 3090, RTX 3060 und RTX 5080 schließen alle zuverlässigen Stufen die Null ein.
Bei der Größe je GPU ist das Bild noch schwächer. Bei der RTX 5090 und der RTX 3090 ist keine Stufe von der Referenz unterscheidbar. Messbar sind nur drei Einzelwerte, und sie widersprechen sich:
- RTX 5080: 1.000 bis 2.000 GB je GPU bringen gegenüber 200 bis 500 GB rund 26 $ im Monat mehr.
- RTX 3060: 1.000 bis 2.000 GB bringen gegenüber weniger als 200 GB rund 14 $ im Monat mehr.
- RTX 4090: 1.000 bis 2.000 GB gehen gegenüber 500 bis 1.000 GB mit rund 27 $ im Monat weniger einher.
Dass ein größerer Datenträger den Umsatz senkt, ist als Ursache nicht plausibel. Der Wert zeigt eher, dass in dieser Gruppe etwas anderes mitspielt, das das Modell nicht erfasst.
Mehrumsatz gegen Mehrkosten rechnen
Ein Aufpreis lohnt sich nur, wenn der zusätzliche Umsatz die zusätzlichen Kosten übersteigt. Ein messbarer Zusammenhang allein reicht dafür nicht: 44 $ mehr im Monat je RTX 5090 können viel oder wenig sein, je nachdem, was der zusätzliche Arbeitsspeicher für den ganzen Server kostet. Umgekehrt ist jede Stufe ohne messbaren Effekt ein Aufpreis, dem in den Daten kein Mehrumsatz gegenübersteht.
Diese Rechnung kannst du im Rechner im Tab „Konfiguration" selbst durchführen. Dort siehst du die Werte für dein GPU-Modell, dort nach Abzug der Plattformgebühr, und kannst sie gegen deine Komponentenpreise rechnen. Im Hosting-Konfigurator stellst du anschließend den Server zusammen.
Wie der Grundumsatz der einzelnen Karten zustande kommt, steht im Artikel Was GPUs in der Vermietung verdienen.